Fair

-1°C

Berlin

Fair

Humidity: 76%

Wind: 4.83 km/h

  • 24 Mar 2016

    Mostly Clear 7°C -2°C

  • 25 Mar 2016

    Mostly Cloudy 9°C 2°C

Die Vereinsgeschichte
 

Es ist über 135 Jahre her, da wurde der erste Anglerverein überhaupt in Deutschland gegründet. Dieses Ereignis fand ausgerechnet in Berlin am Rummelsburger See statt.
 

1901
 
Eine handvoll Spandauer Angler wollte damals nicht nachstehen und gründete am 13. Januar 1901 den Anglerverein Hecht Spandau 1901 im Restaurant zur Liebesinsel, Spandau Kleiner Wall. Sportfreund Adolf Wiegand war in der Zeit vom 13. Januar 1901 bis 5. Januar 1919 der erste Vorsitzende des Vereins. Der Kassenbericht wurde seinerzeit noch alle drei Monate verlesen. Der Kassenbestand betrug beispielsweise am 4. Oktober 1908 ganze 49,19 Mark.

Mit Beginn des ersten Weltkrieges gestaltete sich die Vorstandsarbeit im Verein schwieriger, da immer wieder Vorstandsmitglieder im jüngeren Alter zum Militär eingezogen wurden. Der erste Vorsitzende Adolf Wiegand versprach damals seinen Mitgliedern solange die Vereinsführung zu übernehmen, wie der Krieg andauern würde.
 

1919
 
Vom 5. Januar 1919 an übernahm der Sportfreund Bruno Bienasch die Amtsgeschäfte als erster Vorsitzender. Leider enden die Protokolle des AV Hecht Spandau am 6. Januar 1924. In dieser Zeit ist aus den Niederschriften zu ersehen, dass schon damals sehr freundschaftliche Kontakte zum Anglerverein Plötze bestanden haben. Einladung zum 25. Stiftungsfest des AV Plötze sind aus dem Protokoll vom 5. Oktober 1919 zu ersehen und am 15. März 1920 erfolgte im Vereinslokal zur Liebesinsel eine gemeinsame Sitzung mit den Sportfreunden des AV Plötze zur Vorbereitung eines gemeinsamen Preisangelns. Gemeinsame Angelveranstaltungen fanden damals nicht in großer Zahl statt. Dafür wurden intensive gesellschaftliche Kontakte gepflegt. Von Feiern und gemeinsamen Fahrten ins Umland ist die Rede. Damals wurde sogar eine Bierzeitung zum Eisbeinessen erstellt.
 

1921
 
Im Jahre 1920 verfügte der deutsche Anglerbund, dass nur noch Angelkarten an eingetragene Vereine vergeben werden. Daraufhin trafen sich am 27. August 1921 die Anglerfreunde Paul Vetter, Albert Günterberg, Richard Günterberg, Albert Sanglier, Richard Hamann, Hermann Gregor, Otto Pröschel, Wilhelm Zumholte, Wilhelm Jänicke, Max Engelhard, Erich Trostmann, Max Templer, Walter Fiebach, Gottfried Bahn und Erich Bahn, um einen Anglerverein zu gründen. Im ersten Protokoll steht zu lesen, alle Anwesenden wurden sich schlüssig, dem Verein den Namen “AV Einigkeit” zu geben.Anker

Zum ersten Vorsitzenden haben die Mitglieder den Sportfreund Albert Sanglier gewählt. Nach Vergabe sämtlicher Ämter konnte man feststellen, dass 50 Prozent der Mitglieder Vorstandsarbeit verrichten. Der Verein wurde am 3. Dezember 1921 im Vereinsregister eingetragen. Die Vorstandsmitglieder Sanglier, Zumholte, Vetter, Richard Günterberg, Albert Günterberg und Bahn wurden deshalb zum Amtsgericht vorgeladen. Es heißt im Protokoll: “Die Sache musste zuvor noch der Polizei vorgelegt werden, mit der Frage, ob Einwände gegen die Eintragung bestehen.”
 

1922
 
Der Verein trat dann dem märkischen Anglerbund bei. Seinerzeit wurden die Fangergebnisse der Vereinsangeln noch nicht im Protokoll vermerkt. Beim Sommerangeln am 16. Juli 1922 sind jedoch vier Preise vergeben worden.

1. Preis ein Setzkescher
2. Preis fünf Meter Schnur
3. Preis ein Grundsucher (Lot!?)

Ein Trostpreis stiftete der Sportfreund Paul Vetter für den kleinsten Fisch - eine Flasche Cognac.
 

1923
  
26. Mai 1923 wählten die Mitglieder Walter Fiebach zum neuen ersten Vorsitzenden. In der damaligen Zeit bestand schon ein sehr freundschaftliches Verhältnis zum Anglerverein Hecht, der am 6. März 1925 sein 25-jähriges Jubiläum feierte.

 


 

1926
  
23. September 1926 trat der Anglerverein Einigkeit aus dem märkischen Anglerbund aus. Man schloss sich mit diesem Schritt anderen Vereinen der Oberhavel an. Da sich der Anglerbund nur auf das Land Brandenburg und Berlin erstreckte. Der AVE wurde im gleichen Moment Mitglied im Arbeiter-Angler-Bund.
 

1928
 
In den Protokollen ab 1928 tauchten dann erstmals Fangergebnisse von Vereinsangeln auf. Hierbei ist zu erkennen, dass unsere Vorfahren schon damals sehr schonend mit dem Fischbestand umgegangen sind. Im Protokoll vom 2. Juni 1928 wird von einem sehr guten Ergebnis beim Anangeln berichtet. Der erste Preisträger erangelte 720 Gramm Fisch. Die Ergebnisse dieser Größenordnung wiederholten sich in den folgenden Jahren. Am 7. Oktober 1928 ist Hermann Ginske als Nachfolger für Walter Fiebach zum ersten Vorsitzenden gewählt worden.
 

1932
 
Nach einigen Unstimmigkeiten im Verein legte Hermann Ginske seinen Vorsitz in der Versammlung am 25. Juni 1932 nieder. Als Nachfolger wählte die Mitgliedschaft den Sportfreund Berthold Richter zum ersten Vorsitzenden. In dieser Zeit befand sich das Vereinsgelände noch am Nordhafen (heutiges Gelände des Strandbades Oberhavel Spandau). Es existierten dort auch einige Parzellen. Viele Mitglieder hatten jedoch ihr Domizil auf den umliegenden Inseln. Als Treffpunkt für die Vereinsangeln diente lange Zeit die Insel Helgoland (Großer Wall).
 

1941
 
Das Gelände am Nordhafen musste aufgegeben werden (Strandbadbau) und dem Anglerverein Einigkeit wurde als letztem Anglerverein das Gelände am Rust als neues Domizil zugeteilt. Einige Vereinsmitglieder begannen mit wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln, auf dem Sumpfgelände Parzellen aufzubauen. Dieses Gelände sollte für die Zukunft als Mittelpunkt des Vereins hergerichtet werden. Der Sportfreund Berthold Richter führte den Verein geschickt durch die Wirren des zweiten Weltkrieges.
 

1945
 
Er konnte es jedoch nicht verhindern, dass nach dem Zusammenbruch 1945, jede Vereinstätigkeit von den Alliierten verboten wurde.
 

1947
 
Am 2. März 1947 trafen sich die übrig gebliebenen Mitglieder des AV Hecht Spandau und des AV Einigkeit zur ersten Sitzung nach dem Krieg. Man beschloss gemeinsam als Untergruppe in die vom ersten Vorsitzenden des AV Plötze Fritz Wollex als Spartenleiter gegründeten Sportanglervereinigung Spandau zu gehen, in der alle organisierten Angler in Spandau zusammengefasst waren.
 

1948
 
Bei den damaligen Vereinsangeln die erstmals nach dem Kriege wieder statt fanden, wurde ein Startgeld von einer Reichsmark erhoben. Im April 1948 tauchte dann zum ersten Mal die Deutsche Mark als Zahlungsmittel auf.
 

1949
 
Am 13. November 1949 war es dann endlich wieder soweit. Im Wassersportheim Oberhavel versammelten sich an einem Sonntag um 14.00 Uhr 60 Sportfreunde. An festlich geschmückten Tischen zur offiziellen Gründungsfeier und dem Zusammenschluss der Anglervereine Hecht 1901 Spandau und AV Einigkeit zum AV Einigkeit Spandau 1901. Der Sportfreund Berthold Richter gab die endgültige Lizenzierung des Angelvereins bekannt. Im Protokoll ist vermerkt: Auf Grund der Lizenzierung fanden nach demokratischen Grundsätzen die Neuwahlen des Vorstandes statt. Als erster Vorsitzender fungierte weiterhin Berthold Richter.
 

1950
 
Der AV Einigkeit Spandau 1901 wurde am 31. Januar 1950 als nichtpolitische Organisation (eingetragen unter der polizeilichen Nummer 1495) zugelassen und durfte seine Tätigkeit im Bezirk Groß Berlin ausüben. Einer Eintragung im Vereinsregister stand nunmehr nichts im Wege.
 

1951
 
Da der Verein in diesem Jahr auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblickte, sollte ein Fest ausgerichtet werden. Aus den Aufzeichnungen geht jedoch hervor, dass auf Grund des Kassenbestandes von 300,- DM ein Sommerfest im engsten Mitgliederkreis im Havelrestaurant (Erwin Linke) durchgeführt wurde. An die Mitglieder sollten Biermarken ausgegeben werden.
 

1952
 
Eine Novität ist aus den Protokollen zu ersehen. Am 28. September 1952 fand das Abangeln des Vereins bei sehr schlechtem Wetter statt. Nach zwei Stunden erfolgte der Abbruch der Veranstaltung. Da die 12 Teilnehmer nicht die vorgeschriebene Mindestmenge zur Waage brachten, wurden die Sachpreise auf einstimmigen Beschluss unter den Teilnehmern verlost.
 

1953
 
Zum ersten Vorsitzenden wird der Sportfreund Albert Gaßmann gewählt. Da der bisherige Vorsitzende Berthold Richter 21 Jahre den Verein erfolgreich geführt hatte, ernannte die Versammlung ihn zum Ehrenvorsitzenden.
 

1954
 
Aus dem Bund Berliner Sportangler (BBSA) wird der Landesverband Berlin im Verband Deutscher Sportfischer.
 

1957
 
Es entsteht auf dem Vereinsgelände in Eigenarbeit und mit Spenden der Mitglieder ein neuer Vereinsschuppen. Das Mitglied Helmut Tübbicke erringt als Teilnehmer an der Deutschen Meeresmeisterschaft in Kiel in der Einzelwertung den dritten Platz. Auch als Mitglied der Berliner Mannschaft wurde er mit der Bronzemedaille geehrt. Im gleichen Jahr wurde die Mannschaft des AVE beim Landesverbandswettfischen als Mannschaftsbeste ermittelt. Helmut Tübbicke belegte den zweiten Platz in der Einzelwertung. Anfang der sechziger Jahre wurde der Vereinsschuppen modernisiert. Es wurde eine Toilette gebaut und elektrisches Licht installiert.

In dieser Zeit kamen die ersten Klagen von Vereinsmitgliedern über den schlechten Geschmack der gefangenenen Fische. Durch die zunehmende Wasserverschmutzung konnten die gefangenen Fische als Lebensmittel nicht mehr verwertet werden.
 

1962
 
Über den VDSF Landesverband Berlin wird uns eine Patenschaft mit Hildesheimern Sportanglern vermittelt. Am 13. Oktober 1962 treffen sich die ersten Vorsitzenden Albert Gassmann und Ernst Opitz zur ersten Kontaktaufnahme.
 

1963
 
Am 16. Juni 1963 fand das erste Treffen zum Pokalangeln bei unseren Hildesheimer Sportfreunden vom Sportanglerverein 1904 statt.
 

1964
  
April 1964 wurde die Steganlage in Holzbauweise erneuert und bot den Mitgliedern die Möglichkeit, mehr Angelkähne als bisher zu befestigen.
 

1970
 
Am 23. und 24. Oktober 1970 fand die erste Vereinshochseeangelfahrt, organisiert von Horst Fettchenhauer, in Heiligenhafen statt. Ab 1971 wurde diese Veranstaltung jährlich durchgeführt. Neuer Kutterhafen war jedoch Maasholm. Noch heute findet jährlich diese Hochseeangelfahrt statt.
 

1972
 
Am 14. Januar 1972 übernahm der Sportfreund Georg Hötke das Amt des ersten Vorsitzenden. Leider musste durch den frühzeitigen Tot unseres Vorsitzenden am 11. Mai 1973 ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Der Verein wählte Horst Fettchenhauer in das Ehrenamt. Es begann die Zeit eines Aufschwunges im Bereich des sportlichen Fischens.
 

1976
 
Am 27. März 1976 beging der AVE sein 75-jähriges Stiftungsfest. Die Veranstaltung wurde im Schützenhof Spandau mit allen befreundeten Rustvereinen und 15 Sportfreunden des Patenvereins aus Hildesheim im großen Rahmen und
 fröhlicher Runde durchgeführt. Vom VDSF wurde dem Verein bei dieser Feier die Goldmedaille verliehen und der erste Vorsitzende Horst Fettchenhauer wurde mit dem silbernen Ehrenzeichen des VDSF geehrt.

Am 30. Mai 1976 veranstaltete der AV Einigkeit ein Jubiläumsangeln mit allen Rustvereinen und den Hildesheimer Sportfreunden. Jeder Teilnehmer bekam eine Jubiläumsvereinsnadel verliehen. Im gleichen Jahr wurde unser weibliches Mitglied Barbara Ziegner Berliner Vizemeisterin im sportlichen Fischen.
 

1980
 
1980 konnte Barbara Ziegner als Berliner Landesmeisterin im sportlichen Fischen geehrt werden.
 

1981
 
Am 9. Januar 1981 wählte die Mitgliedschaft Klaus Ziegner zum ersten Vorsitzenden. Am 23. März 1981 wurde nochmals im Schützenhof das 80-jährige Stiftungsfest mit allen Rustvereinen als Gäste würdig gefeiert.
 

1982
 
Ende 1982 erfolgte die Verlängerung des Vereinssteges um fünf Meter. Es standen den Vereinen dadurch vier weitere Kahnstände zur Verfügung. Leider mussten dafür am Ufer zwei Kahnstände abgebaut werden.
 

1983
 
Am 9. Juni 1983 wurde Horst Fettchenhauer erneut zum ersten Vorsitzenden gewählt.
 

1985
 
In diesem Jahr gelang es der Sportfreundin Barbara Ziegner zum zweiten Mal, Berliner Landesver-bandsmeisterin im sportlichen Fischen zu werden.
 

1988
 
Am 8. Januar 1988 wählte die Versammlung Hans-Joachim Ketzer zum Vereinsvorsitzenden.
 

1989
 
Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer einstürzte, steht alles Kopf und der AVE machte sich mit dem Gedanken vertraut, in Zukunft wieder im Berliner Umland angeln gehen zu können.
 

1990
 
Am 12. Januar 1990 folgte für den aus Altersgründen zurückgetretenen Vorsitzenden Achim Ketzer, Harald Fettchenhauer in dieses Amt. Aus beruflichen Gründen musste Harald Fetchenhauer dieses Amt am 9. März 1990 wieder aufgeben. An diesem Tag ergab sich ein Novum in der Vereinsgeschichte des AVE und so weit wir wissen deutschlandweit: Zum ersten Mal wurde eine Frau zur 1.Vorsitzenden gewählt. Marianne Staudemeyer führte den Verein seither mit Geschick und weiblicher List.
 

1994
 
Mit dem Neubau der Steganlage in verzinkter Ausführung mit Holzauflage tätigte der Verein 1994 eine Investition in die Zukunft. Nach der Wiedervereinigung ist durch die Schließung maroder Industrieanlagen im Umland inzwischen die Wasserqualität enorm verbessert worden. Die gefangenen Fische müssen nicht mehr als Sondermüll behandelt werden und können inzwischen wieder mit gutem Gewissen verzehrt werden.
 

2001
 
100 Jahre AV Einigkeit Spandau e. V.
 
 

 

 

Schulferien